Meine aktuellen Ausstellungstipps

Reproduktion: Klimt, de Kuss (Detail)

Unsere Reproduktion von Klimts “Kuss”, ein Detail. Das Original sehen Sie im Belvedere in Wien

Liebe Leser, mögen Sie Kunstausstellungen? Hier lesen Sie – laufend aktualisiert – Tipps für Museen, Galerien und Sonderausstellungen. Vielleicht ist ja auch bei Ihnen in der Nähe etwas dabei. Diesmal gibt es Empfehlungen unter anderem für meine Heimatstadt Hamburg, für Wien Frankfurt und Mannheim.

Manche Ölbilder, die Sie in den empfohlenen Ausstellungen sehen, können Sie bei uns nachmalen lassen – wenn der Maler des Originals länger als 70 Jahre verstorben ist. Fragen Sie einfach nach einem Angebot. Und hier jetzt meine Tipps:

Frankfurt: Venezianische Renaissancemalerei im Städel-Museum
Die Wirkung von Licht und Farbe – dieses Zusammenspiel zieht sich durch das Werk der Maler der Renaissance in Venedig. Das Städel-Museum widmet dieser faszinierenden Ära der Kunstgeschichte unter dem Titel “Tizian und die Renaissance in Venedig” eine Ausstellung, die noch bis zum 26. Mai 2019 läuft. Allein von Tizian (um 1488/90 bis 1576) selbst sind mehr als 20 Werke zu sehen – so viele wie nie zuvor jemals gemeinsam in Deutschland gezeigt wurden, wie das Museum betont.

Linz: “Die Sammlung” im Lentos
Ganz unprätentiös kommt diese Dauerausstellung mit dem einfachen Titel “Die Sammlung” daher – doch nehmen Sie sich etwas Zeit für diese seit Januar 2016 neu gestaltete Schau, wenn Sie einmal das schöne Linz an der Donau in Österreich besuchen. Und leihen Sie sich einen Audioguide aus. Sie werden lange vor einzelnen Werken von unter anderem Oskar Kokoschka, Egon Schiele oder Gustav Klimt stehen bleiben und sich dabei die interessanten Beiträge anhören – teils mit zwei Sprechern gestaltet. Ob es nun ein Beschwerdebrief an Egon Schiele ist (“Wann porträtieren Sie mich endlich?”) oder die Erklärung zu einem unvollendeten Frauenporträt von Gustav Klimt – die Ausstellung führt abwechslungs- und lehrreich durch 200 Jahre Kunstgeschichte. Die Ausstellungsräume des direkt am Donauufer gelegenen Museums werden übrigens von Künstlern mitgestaltet. Dieses Video erklärt, was dahinter steckt.

Hamburg: “Kunst für uns alle” in der Kunsthalle
Sein 150. Jubiläum feiert dieses großartige Museum mit zahlreichen Aktionen und einem Festwochenende, das für August geplant ist – und einer Schau unter dem Motto “Beständig, kontrovers, neu“, die noch bis zum 31. Dezember 2019 läuft und – so der vielversprechende Plan der Hamburger – “die Erfolge und die ungelösten Fragen der Geschichte” der vergangenen 150 Museumsjahre präsentiert.

Linz: Wiener Malerei im Landesmuseum

Reproduktionn von Joaquin Sorolla,  Just out of the Sea
Unsere Reproduktion von Joaquin Sorollas “Just out of the Sea” (Öl auf Leinwand)

In das Schlossmuseum geht man nicht unbedingt wegen der Kunst – locken doch vor allem die Ausstellungen über Natur und Technik in Oberösterreich. Kunstfans können aber ebenfalls stundenlang in der schönen Anlage flanieren und sich auf die Spuren von Malern wie dem einstigen Wiener Superstar Hans Makart oder dem etwas weniger bekannten Johann Baptist Reiter und vielen ihrer Zeitgenossen begeben. Die Sammlung “Kunst bis 1918” ist eine Dauerausstellung und konzentriert sich vor allem auf die Wiener Malerei “zwischen Biedermeier, Stimmungsrealismus und Jugendstil”, wie es ihre Macher beschreiben. Mit ihrem großartigen Audioguide ist diese Ausstellung sehr lehrreich.

Mannheim: Die Rolle des Museums im Kunstdiskurs in der Kunsthalle
Die Kunsthalle Mannheim hat im Laufe ihrer Geschichte immer wieder Diskussionen zur aktuellen Kunst angestoßen, die Institution ist stolz auf Meilensteine wie die Schau zur “Neuen Sachlichkeit” von 1925 oder die Ausstellungen “Eine neue Richtung in der Malerei” von 1957 und “Der ausgesparte Mensch” von 1975. Die aktuell und noch bis zum 1. Januar 2010 laufende Ausstellung unter dem Titel “Erinnern. Aus der Geschichte einer Institution” blickt zurück auf die Ausstellungs- und Sammlungsgeschichte des Museums und zeigt, welche Rolle es in unserem Kunstdiskurs im Laufe der vergangenen Jahrzehnte spielte.

Ein Plakat am Stephansdom in Wien wirbt für die Egon-Schiele-Ausstellung in der Albertina

Ein Plakat am Wiener Stephansdom wirbt für eine Egon-Schiele-Ausstellung in der Albertina

Wien: Die eigene Sammlung und Klimts Kuss im Belvedere
Diese Dauerausstellung habe ich schon zweimal angesehen – und ich kann sie nur empfehlen. Nicht nur, weil dieses Wiener Museum mit seinen mehreren Gebäuden und dem imposanten Park seinen “Star”, den “Kuss” von Gustav Klimt, in so beeindruckend in Szene setzt – und das in einem eigens konzipierten Raum. Sondern auch, weil die Ausstellung “Belvedere Sammlung & Kuss von Gustav Klimt” einen Bogen spannt von der Kunst des Mittelalters bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Nicht einzelne Epochen werden separat behandelt, sondern es werden Zusammenhänge gezeigt und damit die Entwicklung der Kunst verständlich gemacht. Dieses Konzept, das die Macher dieser Ausstellung auf ihrer Website beschreiben, ist gut gelungen, wie ich finde. Wichtig: Audioguide ausleihen!

Lübeck: Romantik und Klassische Moderne im Behnhaus Drägerhaus
Einen Streifzug durch 140 Jahre deutsche Malerei bietet das Behnhaus Drägerhaus in seiner DauerausstellungVon Caspar David Friedrich bis Edvard Munch“. Schwerpunkte sind die Kunst der Romantik und der Nazarener sowie die Klassische Moderne mit Werken unter anderem von Max Liebermann, Max Slevogt, Lovis Corinth und Ernst Ludwig Kirchner. Außerdem sind Bilder des in Lübeck geborenen Romantikers und Nazareners Johann Friedrich Overbeck zu sehen.

München: Der Blaue Reiter im Lenbachhaus
Seit Anfang Februar 2016 können Besucher des Münchner Lenbachhauses diese Dauerausstellung bewundern, die nach Angaben ihrer Macher die größte Werkschau aus dem Künstlerkreis des “Blauen Reiter” ist. Freuen Sie sich auf Werke von Franz Marc, August Macke, Wassily Kandinsky, Gabriele Münter oder Alexej Jawlensky.

Eine Kopie nach William Turner
Ein “Klassiker” sind auch unsere Kopien von Gemälden William Turners

Berlin: Salvador Dalí am Potsdamer Platz

Dali malen die Falschen Meister nicht nach, denn seit Dalis Tod sind noch keine 70 Jahre vergangen. Der spanische Künstler starb 1989. Interessant ist diese Schau für Kunstfans natürlich dennoch: Mehr als 450 Exponate sind in dieser Dauerausstellung am Potsdamer Platz zu sehen. Unter dem Motto “Surrealismus für alle” werden unter anderem Zeichnungen, Radierungen, Lithographien und Holzschnitte Salvador Dalís gezeigt.

Wien: Die Sammlung Batliner in der Albertina
Die Albertina ist stolz auf die Sammlung Batliner – denn sie umfasst einige der bedeutendsten Werke der europäischen Malerei der Klassischen Moderne. Wer sich die Werke anschaut, streift durch die Höhepunkte aus einem Jahrhundert Kunstgeschichte. Die Sammlung umfasst internationale Superstars des Impressionismus und des Postimpressionismus mit wunderbaren Werken von Gauguin, Cézanne, Toulouse-Lautrec Monet, Degas und Gauguin und des Deutschen Expressionismus mit Bildern der Künstlergruppen “Der Blaue Reiter” und “Die Brücke”. Freuen Sie sich aber auch auf Gemälde aus der Phase der Neuen Sachlichkeit – etwa von Franz Sedlacek – und der russischen Avantgarde – etwa Kasimir Malewitsch.
Außerdem zeigt das Albertina-Museum auf seiner Website eine schöne Bildergalerie zu der Sammlung – in einigen Fällen auch eine gute Anregung für Meisterkopien, die Sie bei uns bestellen können. Bitte beachten Sie: Wir kopieren nur Gemälde, die gemeinfrei sind – wenn der Maler des Originals länger als 70 Jahre verstorben ist. Mehr zum Urheberrecht finden Sie in diesem kurzen Artikel.

Berlin: Malerei vom 13. bis zum 18. Jahrhundert in der Gemäldegalerie
Diese Schau ist seit Jahren ein Dauerbrenner – und läuft vermutlich noch lange weiter, ein offizielles Enddatum gibt es nicht. Die Ausstellung “Malerei vom 13. bis zum 18. Jahrhundert” ist eine Fundgrube für Fans von “Klassikern” wie Bildern von Rembrandt und Vermeer, van Eyck oder Bruegel, Dürer, Raffael, Tizian, Caravaggio und Rubens. Also, am besten mehrmals besuchen.

Wien: Egon Schiele im Leopold-Museum
Wer diesem großartigen, geheimnisvollen und auch umstrittenen österreichischen Künstler näher kommen will, dem sei die Dauerausstellung im Leopold-Museum empfohlen. Auf einem gesamten Stockwerk lernt der Besucher viele interessante Fakten über Egon Schiele, seine unterschiedlichen Phasen und den Einfluss, den Gustav Klimt auf diesen leider sehr früh verstorbenen Maler hatte. Die Schiele-Sammlung mit ihren mehr als 40 Gemälden und 180 Arbeiten auf Papier gilt nach Angaben des Museums als eine der größten und bedeutendsten der Welt zu diesem Künstler. Mir hat sie sehr gut gefallen.

Haben auch Sie einen schönen Tipp? Schreiben Sie mir unter berger@falschemeister.de

Über Hinweise freut sich

Annette Berger

Kopie: Hieronymus Bosch, Garten der Lüste, Detail

Kopie: Hieronymus Bosch, Garten der Lüste, Detail

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