Meine aktuellen Ausstellungstipps

Reproduktion: Klimt, de Kuss (Detail)

Unsere Reproduktion von Klimts “Kuss”, ein Detail. Das Original sehen Sie im Belvedere in Wien

Liebe Leser, mögen Sie Kunstausstellungen? Hier lesen Sie – laufend aktualisiert – Tipps für Museen, Galerien und Sonderausstellungen. Vielleicht ist ja auch bei Ihnen in der Nähe etwas dabei. Diesmal gibt es Empfehlungen unter anderem für meine Heimatstadt Hamburg, für Wien, Kassel und München.

Manche Ölbilder, die Sie in den empfohlenen Ausstellungen sehen, können Sie bei uns nachmalen lassen – wenn der Maler des Originals länger als 70 Jahre verstorben ist. Fragen Sie einfach nach einem Angebot. Und hier jetzt meine Tipps:

Wien: Niko Pirosmani in der Albertina
Kennen Sie den georgischen Maler Niko Pirosmani (1862–1918)? Wahrscheinlich nicht – und deshalb ist die Ausstellung in der Albertina, die noch bis zum 27. Januar 2019 läuft, eine so erfrischende Idee. Pirosmani, nach einer Beschreibung dieses wunderbaren Wiener Museums heute als “Held der Avantgade” gefeiert, war ein Autodidakt und ein – künstlerischer – Außenseiter. In seinen Bildern malte er oft Szenen aus dem Leben des alten Georgiens oder Tiere. Und seine Werke wurden nicht in Museen oder Galerien gezeigt, sondern in Kneipen, Läden und Gasthöfen.

Peter Japp stellt im Elbe-Kino aus

Peter Japp stellt im Elbe-Kino aus

Hamburg: Werke von Peter Japp in den Räumlichkeiten des Elbe-Kinos
Mittlerweile sind Ausstellungen Peter Japps zu einer festen Größe in Hamburg geworden. Der Künstler liebt das Meer und die Küste, seine zart-melancholischen oder fröhlich-farbenfrohen Motive  findet er sowohl in den USA als auch in seiner norddeutschen Heimat. Aktuell sind Arbeiten des Sülldorfer Künstlers im Elbe-Kino zu sehen. Noch bis zum 2. März 2019 können Kunstfreunde zu den üblichen Kino-Öffnungszeiten Tempera-Bilder aus Florida, Hamburg und Norddeutschland bewundern – und von der wärmeren Jahreszeit träumen.

Linz: “Die Sammlung” im Lentos
Ganz unprätentiös kommt diese Dauerausstellung mit dem einfachen Titel “Die Sammlung” daher – doch nehmen Sie sich etwas Zeit für diese seit Januar 2016 neu gestaltete Schau, wenn Sie einmal das schöne Linz an der Donau in Österreich besuchen. Und leihen Sie sich einen Audioguide aus. Sie werden lange vor einzelnen Werken von unter anderem Oskar Kokoschka, Egon Schiele oder Gustav Klimt stehen bleiben und sich dabei die interessanten Beiträge anhören – teils mit zwei Sprechern gestaltet. Ob es nun ein Beschwerdebrief an Egon Schiele ist (“Wann porträtieren Sie mich endlich?”) oder die Erklärung zu einem unvollendeten Frauenporträt von Gustav Klimt – die Ausstellung führt abwechslungs- und lehrreich durch 200 Jahre Kunst. Die Ausstellungsräume des direkt am Donauufer gelegenen Museums werden übrigens von Künstlern mitgestaltet. Dieses Video erklärt, was dahinter steckt.

Hamburg: Heinrich Reinhold in der Kunsthalle
Heinrich Reinhold (1788–1825) zählt zu den bedeutendsten deutschen Landschaftsmalern des 19. Jahrhunderts Bis zum 10. März 2019 widmet das weltberühmte Hamburger Museum dem Maler eine Retrospektive. Rund 120 Werke sind zu sehen. Tauchen Sie ein in die Welt Heinrich Reinholds, der nach Angaben des Museums mit seinem Werk die Landschaftswahrnehmung seiner Zeit maßgeblich beeinflusste – mit unkonventionellen Bildausschnitten und seiner zarten Zeichentechnik.

Linz: Wiener Malerei im Landesmuseum

Reproduktionn von Joaquin Sorolla,  Just out of the Sea
Unsere Reproduktion von Joaquin Sorollas “Just out of the Sea” (Öl auf Leinwand)

In das Schlossmuseum geht man nicht unbedingt wegen der Kunst – locken doch vor allem die Ausstellungen über Natur und Technik in Oberösterreich. Kunstfans können aber ebenfalls stundenlang in der schönen Anlage flanieren und sich auf die Spuren von Malern wie dem einstigen Wiener Superstar Hans Makart oder dem etwas weniger bekannten Johann Baptist Reiter und vielen ihrer Zeitgenossen begeben. Die Sammlung “Kunst bis 1918” ist eine Dauerausstellung und konzentriert sich vor allem auf die Wiener Malerei “zwischen Biedermeier, Stimmungsrealismus und Jugendstil”, wie es ihre Macher beschreiben. Mit ihrem großartigen Audioguide ist diese Ausstellung sehr lehrreich.

Mannheim: Die Kunsthalle 1933 bis 1945 – und die Folgen
Diese Dauerausstellung unter dem Titel “(Wieder)entdecken – Die Kunsthalle Mannheim 1933 bis 1945 – und die Folgen” ist bis 2020 geplant und soll die Folgen illustrieren, die die Zeit des Nationalsozialismus auf die Kunsthalle Mannheim, die Sammlung und viele mit der Institution verbundene Menschen hatte – und bis heute hat. Denn das Museum verlor damals mehr als 500 Werke, die als “entartete Kunst” beschlagnahmt wurden. Thematisiert wird auch eine Propaganda-Ausstellung von 1933, die sich gegen die moderne Avantgarde richtete.

Ein Plakat am Stephansdom in Wien wirbt für die Egon-Schiele-Ausstellung in der Albertina

Ein Plakat am Wiener Stephansdom wirbt für eine Egon-Schiele-Ausstellung in der Albertina

Wien: Die eigene Sammlung und Klimts Kuss im Belvedere
Diese Dauerausstellung habe ich schon zweimal angesehen – und ich kann sie nur empfehlen. Nicht nur, weil dieses Wiener Museum mit seinen mehreren Gebäuden und dem imposanten Park seinen “Star”, den “Kuss” von Gustav Klimt, in so beeindruckend in Szene setzt – und das in einem eigens konzipierten Raum. Sondern auch, weil die Ausstellung “Belvedere Sammlung & Kuss von Gustav Klimt” einen Bogen zieht von der Kunst des Mittelalters bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Nicht einzelne Epochen werden separat behandelt, sondern es werden Zusammenhänge gezeigt und damit die Entwicklung der Kunst verständlich gemacht. Dieses Konzept, das die Macher dieser Ausstellung auf ihrer Website beschreiben, ist gut gelungen, wie ich finde. Wichtig: Audioguide ausleihen!

Lübeck: Romantik und Klassische Moderne im Behnhaus Drägerhaus
Einen Streifzug durch 140 Jahre deutsche Malerei bietet das Behnhaus Drägerhaus in seiner DauerausstellungVon Caspar David Friedrich bis Edvard Munch“. Schwerpunkte sind die Kunst der Romantik und der Nazarener sowie die Klassische Moderne mit Werken unter anderem von Max Liebermann, Max Slevogt, Lovis Corinth und Ernst Ludwig Kirchner. Außerdem sind Bilder des in Lübeck geborenen Romantikers und Nazareners Johann Friedrich Overbeck zu sehen.

München: Der Blaue Reiter im Lenbachhaus
Seit Anfang Februar 2016 können Besucher des Münchner Lenbachhauses diese Dauerausstellung bewundern, die nach Angaben ihrer Macher die größte Werkschau aus dem Künstlerkreis des “Blauen Reiter” ist. Freuen Sie sich auf Werke von Franz Marc, August Macke, Wassily Kandinsky, Gabriele Münter oder Alexej Jawlensky.

Eine Kopie nach William Turner
Ein “Klassiker” sind auch unsere Kopien von Gemälden William Turners

Berlin: Salvador Dalí am Potsdamer Platz

Dali malen die Falschen Meister nicht nach, denn seit Dalis Tod sind noch keine 70 Jahre vergangen. Der spanische Künstler starb 1989. Interessant ist diese Schau für Kunstfans natürlich dennoch: Mehr als 450 Exponate sind in dieser Dauerausstellung am Potsdamer Platz zu sehen. Unter dem Motto “Surrealismus für alle” werden unter anderem Zeichnungen, Radierungen, Lithographien und Holzschnitte Salvador Dalís gezeigt.

Wien: Die Sammlung Batliner in der Albertina
Die Albertina ist stolz auf die Sammlung Batliner – denn sie umfasst einige der bedeutendsten Werke der europäischen Malerei der Klassischen Moderne. Wer sich die Werke anschaut, streift durch die Höhepunkte aus einem Jahrhundert Kunstgeschichte. Die Sammlung umfasst internationale Superstars des Impressionismus und des Postimpressionismus mit wunderbaren Werken von Gauguin, Cézanne, Toulouse-Lautrec Monet, Degas und Gauguin und des Deutschen Expressionismus mit Bildern der Künstlergruppen “Der Blaue Reiter” und “Die Brücke”. Freuen Sie sich aber auch auf Gemälde aus der Phase der Neuen Sachlichkeit – etwa von Franz Sedlacek – und der russischen Avantgarde – etwa Kasimir Malewitsch.
Außerdem zeigt das Albertina-Museum auf seiner Website eine schöne Bildergalerie zu der Sammlung – in einigen Fällen auch eine gute Anregung für Meisterkopien, die Sie bei uns bestellen können. Bitte beachten Sie: Wir kopieren nur Gemälde, die gemeinfrei sind – wenn der Maler des Originals länger als 70 Jahre verstorben ist. Mehr zum Urheberrecht finden Sie in diesem kurzen Artikel.

Berlin: Malerei vom 13. bis zum 18. Jahrhundert in der Gemäldegalerie
Diese Schau ist seit Jahren ein Dauerbrenner – und läuft vermutlich noch lange weiter, ein offizielles Enddatum gibt es nicht. Die Ausstellung “Malerei vom 13. bis zum 18. Jahrhundert” ist eine Fundgrube für Fans von “Klassikern” wie Bildern von Rembrandt und Vermeer, van Eyck oder Bruegel, Dürer, Raffael, Tizian, Caravaggio und Rubens. Also, am besten mehrmals besuchen.

Wien: Egon Schiele im Leopold-Museum
Wer diesem großartigen und geheimnisvollen österreichischen Künstler näher kommen will, dem sei die Dauerausstellung im Leopold-Museum empfohlen. Auf einem gesamten Stockwerk lernt der Besucher viele interessante Fakten über Egon Schiele, seine unterschiedlichen Phasen und den Einfluss, den Gustav Klimt auf diesen leider sehr früh verstorbenen Maler hatte. “Egon Schiele – Selbsthingabe und Selbstbehauptung” heißt diese bedeutendste Schiele-Sammlung der Welt mit ihren mehr als 40 Gemälden und 180 Arbeiten auf Papier. Ein sehr treffender Titel für die Ausstellung, finde ich. Mir hat sie sehr gut gefallen.

Haben auch Sie einen schönen Tipp? Schreiben Sie mir unter berger@falschemeister.de

Über Hinweise freut sich

Annette Berger

Kopie: Hieronymus Bosch, Garten der Lüste, Detail

Kopie: Hieronymus Bosch, Garten der Lüste, Detail

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