Meine aktuellen Ausstellungstipps

Reproduktion: Klimt, de Kuss (Detail)

Unsere Reproduktion von Klimts “Kuss”, ein Detail. Das Original sehen Sie im Belvedere in Wien

Liebe Leser, mögen Sie Kunstausstellungen? Hier lesen Sie – laufend aktualisiert – Tipps für Museen, Galerien und Sonderausstellungen. Vielleicht ist ja auch bei Ihnen in der Nähe etwas dabei. Diesmal gibt es Empfehlungen unter anderem für meine Heimatstadt Hamburg, für Wien, Kassel und München.

Manche Ölbilder, die Sie in den empfohlenen Ausstellungen sehen, können Sie bei uns nachmalen lassen – wenn der Maler des Originals länger als 70 Jahre verstorben ist. Fragen Sie einfach nach einem Angebot. Und hier jetzt meine Tipps:

Kassel: Stars der Renaissance im Museum Kassel
Anlass der Ausstellung ist der Kauf eines bis dato unbekannten Porträts des Duc de Châtillon von Johann Heinrich Tischbein des Älteren: Bis zum 5. August 2018 zeigt das Museum Kassel Porträts von Tizian bis Tischbein – und zwar “In ganzer Größe”, so der Titel der Präsentation im Schloss Wilhelmshöhe. Zu sehen sind Arbeiten von Rubens, Tizian, Rembrandt und van Dyck. Die Ausstellung bietet die Möglichkeit, die prachtvollen Gemälde dieser berühmten Künstler direkt miteinander zu vergleichen.

Wien: Gustav Klimt im Kunsthistorischen Museum
Gustav Klimt starb vor 100 Jahren – am 6. Februar 2018. Dieses Datum nimmt das KHM zum Anlass, Werke Klimts, die die Innenarchitektur des Museums zieren, den Besuchern zugänglich zu machen. Die Aktion “Stairway to Klimt – mit Klimt auf Augenhöhe” läuft bis zum 2. September 2018. In einer Höhe von mehr als zehn Metern wird eine Brücke über das Stiegenhaus gespannt – so dass die Arbeiten des Künstlers in den Säulen und Arkaden aus nächster Nähe zu sehen sind. In der Antikensammlung wird zugleich ein Hauptwerk Klimts ausgestellt: die Nuda Veritas von 1899.

Linz: “Die Sammlung” im Lentos

Das Lentos Kunstmuseum Linz

Abends spektakulär erleuchtet: das Lentos Kunstmuseum in Linz, Österreich

Ganz unprätentiös kommt diese Dauerausstellung mit dem einfachen Titel “Die Sammlung” daher – doch nehmen Sie sich etwas Zeit für diese seit Januar 2016 neu gestaltete Schau, wenn Sie einmal das schöne Linz an der Donau in Österreich besuchen. Und leihen Sie sich einen Audioguide aus. Sie werden lange vor einzelnen Werken von unter anderem Oskar Kokoschka, Egon Schiele oder Gustav Klimt stehen bleiben und sich dabei die interessanten Beiträge anhören – teils mit zwei Sprechern gestaltet. Ob es nun ein Beschwerdebrief an Egon Schiele ist (“Wann porträtieren Sie mich endlich?”) oder die Erklärung zu einem unvollendeten Frauenporträt von Gustav Klimt – die Ausstellung führt abwechslungs- und lehrreich durch 200 Jahre Kunst. Die Ausstellungsräume des direkt am Donauufer gelegenen Museums werden übrigens von Künstlern mitgestaltet. Dieses Video erklärt, was dahinter steckt.

München: Paul Klee in der Pinakothek der Moderne
Noch bis zum 10. Juni 2018 präsentiert das berühmte Münchner Museum ein besonderes Schmankerl: In der Sonderausstellung “Konstruktion des Geheimnisses” spürt die Pinakothek der Moderne Paul Klees Weg als denkendem Künstler nach. Im Mittelpunkt der Schau stehen die 1920er Jahre – eine bewegte, widersprüchliche Zeit, in der sich Klee mit den neuen Herausforderungen für den Menschen in einer technisierten Umgebung und den Konsequenzen für den Künstler stellt. Der Münchner Bestand an Klee-Werken wird für diese Schau erstmals gemeinsam mit rund 120 Leihgaben aus bedeutenden Klee-Sammlungen in Europa und Übersee präsentiert, darunter Werke aus den USA und Japan.

Linz: Wiener Malerei im Landesmuseum

Reproduktionn von Joaquin Sorolla,  Just out of the Sea
Unsere Reproduktion von Joaquin Sorollas “Just out of the Sea” (Öl auf Leinwand)

In das Schlossmuseum geht man nicht unbedingt wegen der Kunst – locken doch vor allem die Ausstellungen über Natur und Technik in Oberösterreich. Kunstfans können aber ebenfalls stundenlang in der schönen Anlage flanieren und sich auf die Spuren von Malern wie dem einstigen Wiener Superstar Hans Makart oder dem etwas weniger bekannten Johann Baptist Reiter und vielen ihrer Zeitgenossen begeben. Die Sammlung “Kunst bis 1918” ist eine Dauerausstellung und konzentriert sich vor allem auf die Wiener Malerei “zwischen Biedermeier, Stimmungsrealismus und Jugendstil”, wie es ihre Macher beschreiben. Mit ihrem großartigen Audioguide ist diese Ausstellung sehr lehrreich.

Hamburg: Thomas Gainsborough in der Kunsthalle
Das wunderbare Museum in der Hansestadt bietet ein besonderes Highlight: Unter dem Titel “Thomas Gainsborogh – die moderne Landschaft” präsentiert die Kunsthalle einen Maler, an dessen Werken gut die Widersprüche seiner Zeit abzulesen sind. Verehrt in seiner englischen Heimat als Porträtmaler, sind es die Landschaften, die den Künstler selbst am meisten faszinierten. In ihnen werden gesellschaftliche, technische und künstlerische Umbrüche des 18. Jahrhunderts sichtbar – und die Experimentierfreude des Malers. Schade, dass die Ausstellung nur kurz läuft – bis zum 27. Mai 2018.

Ein Plakat am Stephansdom in Wien wirbt für die Egon-Schiele-Ausstellung in der Albertina

Ein Plakat am Wiener Stephansdom wirbt für die Egon-Schiele-Ausstellung in der Albertina

Wien: Die eigene Sammlung und Klimts Kuss im Belvedere
Diese Dauerausstellung habe ich schon zweimal angesehen – und ich kann sie nur empfehlen. Nicht nur, weil dieses Wiener Museum mit seinen mehreren Gebäuden und dem imposanten Park seinen “Star”, den “Kuss” von Gustav Klimt, in so beeindruckend in Szene setzt – und das in einem eigens konzipierten Raum. Sondern auch, weil die Ausstellung “Belvedere Sammlung & Kuss von Gustav Klimt” einen Bogen zieht von der Kunst des Mittelalters bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Nicht einzelne Epochen werden separat behandelt, sondern es werden Zusammenhänge gezeigt und damit die Entwicklung der Kunst verständlich gemacht. Dieses Konzept, das die Macher dieser Ausstellung auf ihrer Website beschreiben, ist gut gelungen, wie ich finde. Wichtig: Audioguide ausleihen!

Lübeck: Romantik und Klassische Moderne im Behnhaus Drägerhaus
Einen Streifzug durch 140 Jahre deutsche Malerei bietet das Behnhaus Drägerhaus in seiner DauerausstellungVon Caspar David Friedrich bis Edvard Munch“. Schwerpunkte sind die Kunst der Romantik und der Nazarener sowie die Klassische Moderne mit Werken unter anderem von Max Liebermann, Max Slevogt, Lovis Corinth und Ernst Ludwig Kirchner. Außerdem sind Bilder des in Lübeck geborenen Romantikers und Nazareners Johann Friedrich Overbeck zu sehen.

München: Der Blaue Reiter im Lenbachhaus
Seit Anfang Februar 2016 können Besucher des Münchner Lenbachhauses diese Dauerausstellung bewundern, die nach Angaben ihrer Macher die größte Werkschau aus dem Künstlerkreis des “Blauen Reiter” ist. Freuen Sie sich auf Werke von Franz Marc, August Macke, Wassily Kandinsky, Gabriele Münter oder Alexej Jawlensky.

Eine Kopie nach William Turner
Ein “Klassiker” sind auch unsere Kopien von Gemälden William Turners

Berlin: Salvador Dalí am Potsdamer Platz

Dali malen die Falschen Meister nicht nach, denn seit Dalis Tod sind noch keine 70 Jahre vergangen. Der spanische Künstler starb 1989. Interessant ist diese Schau für Kunstfans natürlich dennoch: Mehr als 450 Exponate sind in dieser Dauerausstellung am Potsdamer Platz zu sehen. Unter dem Motto “Surrealismus für alle” werden unter anderem Zeichnungen, Radierungen, Lithographien und Holzschnitte Salvador Dalís gezeigt.

Wien: Die Sammlung Batliner in der Albertina
Die Ausstellung soll noch bis zum 31. Dezember 2018 laufen, ich habe sie vor einiger Zeit gesehen und ich kann sie sehr empfehlen. “Monet bis Picasso” ist das Motto, präsentiert werden Höhepunkte aus einem Jahrhundert Kunstgeschichte. Außerdem zeigt das Albertina-Museum auf seiner Website eine schöne Bildergalerie zu dieser Schau – eine gute Anregung auch für Meisterkopien, die Sie bei uns bestellen können.

Berlin: Malerei vom 13. bis zum 18. Jahrhundert in der Gemäldegalerie
Diese Schau ist seit Jahren ein Dauerbrenner – und läuft vermutlich noch lange weiter, ein offizielles Enddatum gibt es nicht. Die Ausstellung “Malerei vom 13. bis zum 18. Jahrhundert” ist eine Fundgrube für Fans von “Klassikern” wie Bildern von Rembrandt und Vermeer, van Eyck oder Bruegel, Dürer, Raffael, Tizian, Caravaggio und Rubens. Also, am besten mehrmals besuchen.

Wien: Egon Schiele im Leopold-Museum Wer diesem großartigen und geheimnisvollen österreichischen Künstler näher kommen will, dem sei die Dauerausstellung im Leopold-Museum empfohlen. Auf einem gesamten Stockwerk lernt der Besucher viele interessante Fakten über Egon Schiele, seine unterschiedlichen Phasen und den Einfluss, den Gustav Klimt auf diesen leider sehr früh verstorbenen Maler hatte. “Egon Schiele – Selbsthingabe und Selbstbehauptung” heißt diese bedeutendste Schiele-Sammlung der Welt mit ihren mehr als 40 Gemälden und 180 Arbeiten auf Papier. Ein sehr treffender Titel für die Ausstellung, finde ich. Mir hat sie sehr gut gefallen.

Haben auch Sie einen schönen Tipp? Schreiben Sie mir unter berger@falschemeister.de

Über Hinweise freut sich

Annette Berger

Kopie: Hieronymus Bosch, Garten der Lüste, Detail

Kopie: Hieronymus Bosch, Garten der Lüste, Detail

Dieser Beitrag wurde unter Blog veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.