Meine aktuellen Ausstellungstipps

Reproduktion: Klimt, de Kuss (Detail)

Unsere Reproduktion von Klimts “Kuss”, ein Detail. Das Original sehen Sie im Belvedere in Wien

Liebe Leser, mögen Sie Kunstausstellungen? Hier lesen Sie – laufend aktualisiert – Tipps für Museen, Galerien und Sonderausstellungen. Vielleicht ist ja auch bei Ihnen in der Nähe etwas dabei. Diesmal gibt es Empfehlungen unter anderem für meine Heimatstadt Hamburg, für Wien, Düsseldorf und Frankfurt.

Manche Ölbilder, die Sie in den empfohlenen Ausstellungen sehen, können Sie bei uns nachmalen lassen – wenn der Maler des Originals länger als 70 Jahre verstorben ist. Fragen Sie einfach nach einem Angebot. Und hier jetzt meine Tipps:

Wien: Österreichische und kroatische Kunst um 1900 im Belvedere
Noch bis zum 18. Febuar 2018 zeigt dieses wunderschöne und vielfältige Museum, wie sich die kulturellen Verbindungen zwischen Kroatien und Wien um das Jahr 1900 entwickelten. Die Schau “Wien und Zagreb um 1900” präsentiert Schlüsselwerke österreichischer und kroatischer Kunst um die Jahrhundertwende. Wien war damals Zentrum des Vielvölkerstaates – es fand ein reger Austausch zwischen beiden Kulturen statt. Freuen Sie sich unter anderem auf Werke von Koloman Moser, Gustav Klimt, Carl Moll und Vlaho Bukovac.

Hamburg: Anita Reé in der Kunsthalle
Diese Schau, die noch bis zum 4. Februar 2018 zu sehen ist, ist nach Angaben der Organisatoren die erste umfassende Ausstellung zu Anita Reé, die vor allem in den 1920er Jahren malte. Etwa 200 Werke sind in der Ausstellung “Anita Reé, Retrospektive” zu sehen, darunter zahlreiche Gemälde der Künstlerin, die immer wieder die Frage nach der eigenen Identität stellt – und die Menschen anderer Herkunft und das Selbst als fremde Wesen darstellt.

Kiel: Die Sammlung in der Kunsthalle
Eine große Auswahl von Werken berühmter Künstler ist derzeit in der Kieler Kunsthalle zu sehen, die Schau soll bis 2018 laufen. Die Macher wollen bei den jeweiligen Werken, darunter Arbeiten von Paula Modersohn-Becker, Max Liebermann oder Ernst-Ludwig Kirchner, die Frage klären, “was das Bild zur Kunst macht“. Welche Rolle spielten die Werke in den Sammlungen vergangener Zeiten?

Linz: “Die Sammlung” im Lentos

Das Lentos Kunstmuseum Linz

Abends spektakulär erleuchtet: das Lentos Kunstmuseum in Linz, Österreich

Ganz unprätentiös kommt diese Dauerausstellung mit dem einfachen Titel “Die Sammlung” daher – doch nehmen Sie sich etwas Zeit für diese seit Januar 2016 neu gestaltete Schau, wenn Sie einmal das schöne Linz an der Donau in Österreich besuchen. Und leihen Sie sich einen Audioguide aus. Sie werden lange vor einzelnen Werken von unter anderem Oskar Kokoschka, Egon Schiele oder Gustav Klimt stehen bleiben und sich dabei die interessanten Beiträge anhören – teils mit zwei Sprechern gestaltet. Ob es nun ein Beschwerdebrief an Egon Schiele ist (“Wann porträtieren Sie mich endlich?”) oder die Erklärung zu einem unvollendeten Frauenporträt von Gustav Klimt – die Ausstellung führt abwechslungs- und lehrreich durch 200 Jahre Kunst. Die Ausstellungsräume des direkt am Donauufer gelegenen Museums werden übrigens von Künstlern mitgestaltet. Dieses Video erklärt, was dahinter steckt.

Linz: Wiener Malerei im Landesmuseum

Reproduktionn von Joaquin Sorolla,  Just out of the Sea
Unsere Reproduktion von Joaquin Sorollas “Just out of the Sea” (Öl auf Leinwand)

In das Schlossmuseum geht man nicht unbedingt wegen der Kunst – locken doch vor allem die Ausstellungen über Natur und Technik in Oberösterreich. Kunstfans können aber ebenfalls stundenlang in der schönen Anlage flanieren und sich auf die Spuren von Malern wie dem einstigen Wiener Superstar Hans Makart oder dem etwas weniger bekannten Johann Baptist Reiter und vielen ihrer Zeitgenossen begeben. Die Sammlung “Kunst bis 1918” ist eine Dauerausstellung und konzentriert sich vor allem auf die Wiener Malerei “zwischen Biedermeier, Stimmungsrealismus und Jugendstil”, wie es ihre Macher beschreiben. Mit ihrem großartigen Audioguide ist diese Ausstellung sehr lehrreich.

Köln: Niederländische Himmelsbilder des Barock im Wallraf-Richartz-Museum
Unter dem leicht ironischen Titel “Heiter bis wolkig. Naturschauspiele in der Niederländischen Malerei” zeigt dieses Kölner Museum noch bis zum 4. Februar 2018 Werke niederländischer Altmeister, die den Himmel darstellen – und zwar nach heutigen meteorologischen Kriterien erstaunlich exakt. Gemälde unter anderem von Meisten wie Jacob Isaackszoon van Ruisdael, Ludolf Backhuyzen oder Jan Josephszoon van Goyen vereint die Schau. Die Bilder seien Belege dafür, wie vielfältig niederländische Maler des Barock Himmel und Wetter darstellten, so die Organisatoren der Schau. Der Himmel war für die Künstler der damaligen Zeit ein nahezu unerschöpfliches Thema. Sicher ein himmlisches Vergnügen für Besucher dieser Sonderausstellung.

Ein Plakat am Stephansdom in Wien wirbt für die Egon-Schiele-Ausstellung in der Albertina

Ein Plakat am Wiener Stephansdom wirbt für die Egon-Schiele-Ausstellung in der Albertina

Wien: Die eigene Sammlung und Klimts Kuss im Belvedere
Diese Dauerausstellung habe ich schon zweimal angesehen – und ich kann sie nur empfehlen. Nicht nur, weil dieses Wiener Museum mit seinen mehreren Gebäuden und dem imposanten Park seinen “Star”, den “Kuss” von Gustav Klimt, in so beeindruckend in Szene setzt – und das in einem eigens konzipierten Raum. Sondern auch, weil die Ausstellung “Belvedere Sammlung & Kuss von Gustav Klimt” einen Bogen zieht von der Kunst des Mittelalters bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Nicht einzelne Epochen werden separat behandelt, sondern es werden Zusammenhänge gezeigt und damit die Entwicklung der Kunst verständlich gemacht. Dieses Konzept, das die Macher dieser Ausstellung auf ihrer Website beschreiben, ist gut gelungen, wie ich finde. Wichtig: Audioguide ausleihen!

Lübeck: Romantik und Klassische Moderne im Behnhaus Drägerhaus
Einen Streifzug durch 140 Jahre deutsche Malerei bietet das Behnhaus Drägerhaus in seiner DauerausstellungVon Caspar David Friedrich bis Edvard Munch“. Schwerpunkte sind die Kunst der Romantik und der Nazarener sowie die Klassische Moderne mit Werken unter anderem von Max Liebermann, Max Slevogt, Lovis Corinth und Ernst Ludwig Kirchner. Außerdem sind Bilder des in Lübeck geborenen Romantikers und Nazareners Johann Friedrich Overbeck zu sehen.

München: Der Blaue Reiter im Lenbachhaus
Seit Anfang Februar 2016 können Besucher des Münchner Lenbachhauses diese Dauerausstellung bewundern, die nach Angaben ihrer Macher die größte Werkschau aus dem Künstlerkreis des “Blauen Reiter” ist. Freuen Sie sich auf Werke von Franz Marc, August Macke, Wassily Kandinsky, Gabriele Münter oder Alexej Jawlensky.

Eine Kopie nach William Turner
Ein “Klassiker” sind auch unsere Kopien von Gemälden William Turners

Berlin: Salvador Dalí am Potsdamer Platz

Dali malen die Falschen Meister nicht nach, denn seit Dalis Tod sind noch keine 70 Jahre vergangen. Der spanische Künstler starb 1989. Interessant ist diese Schau für Kunstfans natürlich dennoch: Mehr als 450 Exponate sind in dieser Dauerausstellung am Potsdamer Platz zu sehen. Unter dem Motto “Surrealismus für alle” werden unter anderem Zeichnungen, Radierungen, Lithographien und Holzschnitte Salvador Dalís gezeigt.

Wien: Die Sammlung Batliner in der Albertina
Die Ausstellung soll noch bis zum 31. Dezember 2018 laufen, ich habe sie vor einiger Zeit gesehen und ich kann sie sehr empfehlen. “Monet bis Picasso” ist das Motto, präsentiert werden Höhepunkte aus einem Jahrhundert Kunstgeschichte. Außerdem zeigt das Albertina-Museum auf seiner Website eine schöne Bildergalerie zu dieser Schau – eine gute Anregung auch für Meisterkopien, die Sie bei uns bestellen können.

Berlin: Malerei vom 13. bis zum 18. Jahrhundert in der Gemäldegalerie
Diese Schau ist seit Jahren ein Dauerbrenner – und läuft vermutlich noch lange weiter, ein offizielles Enddatum gibt es nicht. Die Ausstellung “Malerei vom 13. bis zum 18. Jahrhundert” ist eine Fundgrube für Fans von “Klassikern” wie Bildern von Rembrandt und Vermeer, van Eyck oder Bruegel, Dürer, Raffael, Tizian, Caravaggio und Rubens. Also, am besten mehrmals besuchen.

Wien: Egon Schiele im Leopold-Museum Wer diesem großartigen und geheimnisvollen österreichischen Künstler näher kommen will, dem sei die Dauerausstellung im Leopold-Museum empfohlen. Auf einem gesamten Stockwerk lernt der Besucher viele interessante Fakten über Egon Schiele, seine unterschiedlichen Phasen und den Einfluss, den Gustav Klimt auf diesen leider sehr früh verstorbenen Maler hatte. “Egon Schiele – Selbsthingabe und Selbstbehauptung” heißt diese bedeutendste Schiele-Sammlung der Welt mit ihren mehr als 40 Gemälden und 180 Arbeiten auf Papier. Ein sehr treffender Titel für die Ausstellung, finde ich. Mir hat sie sehr gut gefallen.

Haben auch Sie einen schönen Tipp? Schreiben Sie mir unter berger@falschemeister.de, auf meiner Facebook-Fanpage oder auf Twitter.

Über Hinweise freut sich

Annette Berger

Kopie: Hieronymus Bosch, Garten der Lüste, Detail

Kopie: Hieronymus Bosch, Garten der Lüste, Detail

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